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" Das Leben ist eine Reise, es genügt bereit zu sein aufzubrechen, damit sich eine Gelegenheit ergibt " [Mongolisches Sprichwort]

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Die Nachrichten


Immer den Störchen nach

Direkt bei unserem ersten Halt in Bulgarien lernen wir ZAYO, einen nicht unbekannten und vielgereisten Künstler kennen, der uns einen ungewöhnlichen, bunten Einstieg in dieses Balkanland mit überschaubaren 8 Millionen Einwohnern gibt.

Durch seine Bilder, die Elemente der bulgarischen Mythologie mit moderner Kunst vereinen, erfahren wir etwas über die Bodenständigkeit und das Traditionsbewusstsein des Landes.
Bulgarien ist eines der 3 Kandidatenländer der Europäischen Union, wo zwar immer noch ein wenig dieser nicht wirklich fassbaren sowjetischen Trägheit in der Luft liegt, das aber mit grosser Wahrscheinlichkeit 2007 den Anschluss finden wird. ...stabile Demokratie und ein gesundes Rechtssystem vorausgesetzt, ebenso wie die Berücksichtigung der Menschenrechte und nicht zu vergessen: eine funktionierende und wettbewerbsfähige Marktwirtschaft, so die Informationsbroschüre der EU.

Auf dem Land sprechen wir überwiegend Leute, die dem Beitritt genauso unentschlossen oder gar ablehnend gegenüberstehen wie so viele "Alteuropäer" auch. Jedoch nicht aus dem selben Grund. Die Bulgaren haben Angst vor einer Preissteigerung, davor die geforderten Normen nicht einhalten zu können oder davor, von Europa ausgenutzt zu werden.
Schade, dass die breite Masse bei einem gemeinsamen Europa ausschliesslich an eine Union zu Wirtschaftszwecken denkt und dabei vergisst, dass es auch und in erster Linie um die Förderung von Frieden, Stabilität und Demokratie geht.

Aber das ist vielleicht viel verlangt von Menschen, die sich nicht selten finanziell gerade so über Wasser halten können!

Wir erleben einen zweiten Frühling, radeln durch abgelegene Wälder dem Schwarzen Meer entgegen, das hier wilder ist als in der Türkei, und ziehen dann eine Schleife bis Veliko Tarnovo, bekannt für seine architektonische Vielfalt, vor wir nach gut einer Woche das Land schon wieder verlassen.

Morgens fahren wir an Storchenscharen vorbei, die sich im Aufwärmflug stetig höherschrauben, um dann schneller als wir in Richtung ihrer Sommerbleibe zu fliegen. Wir fragen uns manchmal, ob sie ihre Artgenossen, die bereits eines der unzähligen Nester eingenommen haben, wohl bedauern oder beneiden...

Störche sind es auch, die man für die Tradition des "Marenitsa-Baba Marta" braucht:
Am 1. März schenkt man sich gegenseitig rot-weisse Bändel, die man ums Handgelenk trägt, bis zum Eintreffen der ersten Frühlingsboten, als die hierzulande rückkehrende Störche gelten. Hat man also einen gesichtet, befestigt man das Marenitsa-Armband an einem Obstbaum, wo es symbolisch vor Kälte schützt (weiss wie der verschwindende Schnee) und Ausdruck ist für die Freude auf wärmere Tage (rot für den Frühlingsbeginn).
Und so freuen wir uns nicht nur über all die Bändel an den Obstbäumen, sondern haben auch verstanden, dass der Grenzer noch auf seinen Frühlingsboten wartet...

Im Kontrast zu solch lebhaft gepflegtem Brauchtum erleben wir die vielen Dörfer, die regelrecht "vom "Aussterben bedroht" sind. Typisch, die Omas, die auf einer Bank in ihrem gepflegten Gemüsegärtchen sitzen und nostalgisch in die Ferne blicken. Am Gartentor ist meist unter einer grossen schwarzen Schleife das Totenbild des verstorbenen Mannes angebracht, das mehrmals erneuert und bis zu 3 Jahren und länger erinnert.
Hinzu kommt, dass es die Jugend allesamt in die Städte zieht; wenig verwunderlich also, dass man uns zweimal ein leerstehendes Haus als Schlafplatz anbietet.
Hier scheint das quirlige türkische Dorfleben weit, dabei ist es doch nur ein paar wenige 100 Kilometer entfernt!

Anderst ist das in den Siedlungen der Sinti und Roma, die eine bedeutende Minderheit in Bulgarien darstellen und einen Platz am Rande der Gesellschaft einnehmen.
Mehr oder weniger direkt werden wir vor ihnen gewarnt, und nahe der Ferienorte oder der sogenannten Museumsdörfer, die während der Saison viele Touristen anziehen, sind sie nicht anzutreffen...
Eines vorneweg: die Roma leben hier nicht in riesigen Wohnwägen, die von PS-starken Limousinen gezogen werden, nein, mit einem Pferdegespann kommen sie uns oft entgegen und haben mit dem Verkauf des am Strassenrand aufgesammelten Alteisens ein mageres Einkommen. Wir sehen sie die schwere Waldarbeit verrichten, Frauen wie Männer, oder die meist vielen Kinder sich auf die Rückband eines alten Lada drängen.

Wir sind einerseits fasziniert von dieser Kultur, von der wir so wenig wissen, von der bunten Wäsche, die immer irgendwo flattert, von diesen Menschen ganz einfach. Andererseits fühlen wir uns nicht richtig wohl in ihrer Welt, wo 12-jährige hinterm Steuer sitzen, wo der Ton rauh ist, und sich keiner daran stört, wenn kleine Jungs mit Ziegelsteinen auf Hühner werfen.
Wir haben den Eindruck als gülten hier andere Spielregeln, wollen vor allem nicht den Vorurteilen zum Opfer fallen und trauen uns nicht, wie sonst zu fotografieren.

Einmal nehmen wir die Einladung zu Kaffee und Pop-Erdbeeren an und haben einen interessanten Austausch mit unseren Gastgebern. Ein andermal beschliessen wir, entgegen unserer anfänglichen Neugier doch besser weiterzufahren...

Uns ist klar, das reicht nicht, um die Kultur der Roma auch nur annähernd zu verstehen, und wir hoffen in Rumänien, wo über 2 Millionen leben, ein bisschen mehr Einblick zu bekommen.

Bei unserem Nachfragen, ob wir das Zelt in jemandes Garten aufbauen könnten, stellen wir fest, dass unsere Gegenüber zunächst mit Misstrauen reagieren, das sich eventuell durch unsere Herkunft und unseren Beruf (!!), unser Auftreten, sicherlich, beschwichtigen lässt.

Das ist neu für uns; aber seien wir mal ehrlich: So verhält man sich in "unseren" Breiten Fremden gegenüber! Nein, bei uns kommen sie nicht unbedingt zur Freude, die Fremden...

Ariane & Xavier (Bulgarien, le 18/04/2006 )


 
 
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