Voyage à vélo couché de 1 an à la découverte des agricultures et alimentations de la Mongolie, Chine, Kirgiztan, Ouzbekistan, Turkmenistan, Iran, Arménie, Géorgie, Turquie, Bulgarie, Roumanie, Hongrie, Slovaquie, Autriche, Allemagne, France, découverte, vélo, couché, bent, cyclotourisme, cyclo

Home
" Das Leben ist eine Reise, es genügt bereit zu sein aufzubrechen, damit sich eine Gelegenheit ergibt " [Mongolisches Sprichwort]

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Für Trittbrettfahrer...
hier unser Newsletter:
 
 
 
   
   
   

Die Nachrichten


Xinjiang ganz einfach

Wir nahmen es also wie versprochen mit der Hitze auf, die ertraeglicher war als befuerchtet, und erreichen das fuer seine Trauben und Rosinen bekannte Turfan.

Wir sind sprachlos, wie Wueste von Menschenhand durch die Anlage eines immensen Systems unterirdischer Bewaesserungskanaele in fruchtbares Land verwandelt werden kann,
und wie dies vom chinesischen Tourismus aufgezogen wird.

Denn anstatt bei uighurischen Obstbauern mehr ueber Anbau und das Trocknen der Trauben zu lernen, sehen wir uns mit einer Art "Disneyland" der Traube konfrontiert, wo beinahe alle Familien chinesische Touristen mit pseudotraditionellen Taenzen entzuecken!

Schlussendlich koennen wir abseits der Hauptpfade doch noch einen ruhigen Platz fuer die Nacht finden und neben einem Trockenhaus die Stimmung geniessen.

In der Stadt wird uns klar, was im Lonely Planet mit "Bravo, wenn sie es schaffen, den chinesischen Preis zu bezahlen" gemeint war:
An einem Abend sollten wir nicht nur das Doppelte fuer eine Portion Reis und spaeter fuer das Eis bezahlen, sondern waeren ein weiteres Mal beim Rueckgeld beschissen worden!!
Etwas, das in den nicht-touristischen Gegenden nie vorgekommen ist und jegliche Art von Kaufen ziemlich anstrengend macht.

Ansonsten sind wir fasziniert von der Altstadt Turfans,die ausschliesslich aus Lehmhaeusern um schattige Innenhoefe besteht.
Wir schlendern noch im Morgengrauen durch die Strassen, als die meisten noch schlafen; die Betten stehen um diese Jahreszeit allesamt im Freien, was fuer eine sonderbare Stimmung sorgt.

Kurz nach Turfan und einer weiteren Magenverstimmung von Xavier beschliessen wir, fuer die wenig versprechenden 800 km Wueste einen Bus zu nehmen, was bei weitem nicht erholsamer war als Rad zu fahren!

Hierzulande ist naemlich nicht garantiert, dass der Bus dann auch wirklich in die angekuendigte Richtung faehrt, wenn sich ploetzlich mehr Passagiere fuer einen anderen Zielort finden;
ganz egal, ob die Fahrkarte bereits bezahlt, und die Raeder zerlegt im Kofferraum verstaut sind.
Wenn es dann irgendwann endlich losgeht, stellt man fest, dass das Piktogramm "Klimaanlage" hier einem Ventilator ueber dem Fahrersitz entspricht, von dem man oben in den hintersten Reihen (Anfaengerfehler!) herzlich wenig profitiert.
Man versteht kurz spaeter, dass VCD = Video-CD boese ist, vor allem wenn nachts um zwei Uhr orientalische Musik die Businnenverkleidung vibrieren laesst.
Und dennoch kommen wir nach 20 Stunden in Aksu an und haben seither einen uighurischen Ohrwurm...

Fuer die Strecke zwischen Aksu und Kashgar entscheiden wir uns fuer eine abgelegene Nebenstrasse durch die Westauslaeufer der Tian Shan und finden unseren "draussen"-Rhythmus wieder.

Rechts und links des Flusstales treffen wir auf bescheidenen Ackerbau in seiner gesamten Vielfalt: Melonen jeglicher Art, Mais, Leinsamen, Getreide, Senf, Tomaten, Sonnenblumen...
und auf ehrliche, einfache Leute, die zunehmend kirgisischen Ursprungs sind.

Wir bekommen unverhofft mehrmals Getraenke geschenkt und haben zu oft 2-3 Melonen im Gepaeck, die wir nicht ablehnen wollten.
Unsere Weggefaehrten sind zum Grossteil Esel, die vor einen Karren gespannt sind oder schlichtweg geritten werden.

Als wir der Aussicht halber unser Zelt kurz unterhalb eines Passes aufschlagen, ueberraschen uns gewaltige Regenguesse, die uns zum Bleiben zwingen.
Wir legen in Eiseskaelte einen Graben um das Zelt an , essen unsere Keksvorraete auf und werden nachts vom nicht weit entfernten Steinschlag geweckt.
Nach eineinhalb Tagen hat sich alles beruhigt, und ein grandioser Blick auf das vor uns liegende Tal laesst uns die Strapazen schnell vergessen: Nach Regen kommt Sonne!

Wir kommen an einer Baustelle fuer Zink-und Bleiabbau vorbei, wo wir zum Mittagessen bleiben koennen. Ueber die desolaten Verhaeltnisse, in denen die Arbeiter leben, entsetzen wir uns kaum mehr, wenngleich derartiges in Europa unvorstellbar waere...
Wir bekommen mehr als nur eine Arbeiterportion, und ich bin entzueckt darueber, einen Sinn der Chemie gefunden zu haben: sie kann durchaus der Verstaendigung dienen!

Am 18. August erreichen wir Kashgar, den wohl meist beschriebenen Handelsplatz der Seidenstrasse, das in Realitaet weniger mystisch ist als ertraeumt.
Denn auch hier macht sich die chinesische Modernitaet breit, und das gesuchte Flair finden wir nur noch in einem Teil der Altstadt und ein Stueck weit auf dem Viehmarkt.

Fuer uns wird hier klar, dass die Seidenstrasse Vergangenheit ist.

Dafuer hat das "eigentliche" China unser Interesse geweckt - ein andermal vielleicht.

Ariane & Xavier (China, le 03/09/2005 )


Hallo "China"

Genau mit Uebertritt der Grenze war alles anders -vermutlich chinesisch:
wo es auf der mongolischen Seite einzig und allein darum ging, den notwendigen Stempel vom Obersten des Grenzschutzes zu bekommen,
mussten wir auf chinesischem Boden einen regelrechten Parcours an Formalitaeten durchlaufen!

Registrierung - Durchsuchen saemtlichen Gepaeckes (Durchblaettern der Buecher...) - Visakontrolle - Frage nach Krankheiten - Zollerklaerung und erneute Kontrolle an einem Aussenposten nach der eigentlichen Grenzzone.

Zu unserer Ueberraschung wurde hier nicht nur englisch gesprochen, sondern an Laptops gearbeitet und mit Handies fotografiert (wir als nicht alltaegliche Grenzgaenger!).

Richtige Begeisterung kam dann alsbald in Tashken auf, unserer ersten chinesischen Stadt, wo uigurische Musik fuer Stimmung sorgt, Fladenbrote verschiedenster Art in der Strasse zum Verkauf angeboten werden, und es Berge von Wassermelonen und anderem lange nicht gesehenem Obst und Gemuese gibt!
Kuehlschraenke sorgen fuer eisgekuehlte Getraenke und fuer uns neue Unkosten.
Der hier servierte feine gruene Tee und schmackhaftes chinesisches Essen machen das Ganze zu einem Gaumenerlebnis.

)Juhuu, man kann hier Radio Fip ueber Internet hoeren...; freue mich gerade so(

Um Verwirrungen zu vermeiden,
befinden wir uns gerade in der autonomen Provinz Xingjiang, die mit den urspruenglich hier beheimateten Kasachen und Uiguren, einem Turkvolk, und den spaeter angesiedelten Han-Chinesen eine untypische Provinz Chinas ist. Hier herrscht ein kulturelles Nebeneinander und nicht nur Gerechtigkeit...

Die 650 km bis Urumqi
-> Wueste mit Oelfeldern, Arbeitertruppen zum Bau einer Autobahn und sonst nicht wirklich viel, liessen sich problemlos in 5 Tagen radeln, zumal die Strassen hier geteert sind.

Kurz vor Urumqi lernen wir Kheirat Beck und mit ihm die kasachische Gastfreundschaft kennen.
Er laedt uns nicht nur zum Abendessen ein, sondern schafft es auch, dass wir unser Zelt wieder abbauen, um anstattdessen auf schoenen kasachischen Teppichen bei ihm zu uebernachten...

Wir machen mit Kheirat einen Ausflug in die Berge(ich wusste nicht, dass man mit dem Motorrad querfeldein bis auf 2500 m fahren kann),wo wir einen besonderen Sommertag verbringen, Walderdbeeren pfluecken und ueber dies und das sprechen.
Xavier und ich sind uns einig: wir ziehen die Bergwelt der Wueste vor, vor allem wenn 5445 m hohe Gipfel majestaetisch in den Himmel ragen!

Zum Anlass unseres Daseins werden am Abend vor unserer Weiterfahrt Freunde eingeladen und ein richtiges Festessen zubereitet.
Manchmal waere es schoen, jemanden naeher kennenlernen zu koennen...

Wir geraten mehr versehentlich als vorsaetzlich auf die Autobahn, weshalb wir an der naechsten "peage"-Station vorsichtig den Weg der Landstrasse erfragen. Der Angestellte stoert sich aber keineswegs an unserer Anwesenheit, zeigt in Richtung Autobahn und meint: Urumqi, 80 km!
Also, nichts wie los...

Und so sind wir also seit einer Woche nun schon in Urumqi, wo wir uns ausruhen, lecker Eis (abgepacktes!) essen, von der Polizei nachts um zwei im Hotelzimmer kontrolliert werden, was hier normal zu sein scheint, oder aber ueber den Grossstadtrummel staunen.

Und anstatt Sommerpause zu machen, brechen wir morgen in Richtung Turfan, wo es nicht angenehm frisch, sondern unertraeglich heiss sein wird - aber auch das gehoert dazu, gell!

Ariane & Xavier (China, le 05/08/2005 )


 
 
Sehen Nachrichten

geschickt von :

Toulouse
Mongolei
China
Kirghizstan
Uzbekistan
Iran
Armenien
Türkei
Bulgarien
Rumänien


 


Au déTour du Monde - © 2004-2017 | Impressum | Weblinks | Kontakt |