Voyage à vélo couché de 1 an à la découverte des agricultures et alimentations de la Mongolie, Chine, Kirgiztan, Ouzbekistan, Turkmenistan, Iran, Arménie, Géorgie, Turquie, Bulgarie, Roumanie, Hongrie, Slovaquie, Autriche, Allemagne, France, découverte, vélo, couché, bent, cyclotourisme, cyclo

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" Das Leben ist eine Reise, es genügt bereit zu sein aufzubrechen, damit sich eine Gelegenheit ergibt " [Mongolisches Sprichwort]

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Die Nachrichten


Wo es Kinder, Kinder, Kinder gibt,

Maehdrescher 3000er erklimmen oder es zumindest versuchen, und korrupte Beamte zum Alltag gehoeren.

Wir verlassen in der spaetsommerlichen Hitze Och und das Ferganatal in Richtung Osten.
Hier konzentrieren sich knapp ueber die Haelfte der Bevoelkerung, was angesichts des fruchtbaren Bodens - von Obst und Gemuese aller Art bis hin zur Baumwolle gedeiht hier alles - nicht verwunderlich ist.

Um nicht Gefahr zu laufen, auf allzu frequentierten Touristenpfaden enttaeuscht zu werden, entscheiden wir uns fuer eine Nebenstrecke, die eher einem verwilderten Wanderweg gleicht als einer Piste!
Dafuer sind so ehrliche Begegnungen garantiert:

Alina verwoehnt uns nicht nur mit weltleckerstem Rote-Beete-Salat und salziger (!!) Butter, sondern bietet uns vehement das typische im Freien stehende Liegewiesen-Sofa zum Mittagsschlaf an und packt uns Verpflegung fuer die Weiterfahrt zusammen.

Eine wohl unvergessliche Bekanntschaft machen wir mit Kelgenbai, der mir zunaechst hilft, mein Fahrrad den Berg hochzuschieben und uns dann zu sich einlaedt.
Wir gehen an den gemuetlich wirkenden, ordentlichen Haeusern vorbei durch einen Obstgarten und steuern auf eine knapp 20 m2 grosse Lehmhuette zu.
Am Eingang lehnt eine tragbare Tuer aus Zweigen, die Huette besteht aus einem Wohnraum mit wenigen Decken, einer Petroleumlampe und kaum Geschirr sowie einem Nebenraum, wo Apfelringe trocknen, und Aepfel gelagert werden.

Und ploetzlich ist es gar nicht mehr einfach, hier unbeschwert Gast zu sein...
Ganz abgesehen von unseren, meinen (ohhh, der Typhus...)hygienischen Bedenken.
Wir bestehen auf diplomatische Art darauf, aus unseren Tassen zu trinken, und aus Angst, unseren Gastgeber noch aermer zu machen, machen wir den Fehler, dass wir nach Tee und Brot eine warme Mahlzeit ablehnen.
Das allerdings tut uns schnell leid, als wir merken, wie wichtig es fuer Kelgenbai ist, uns ohne wenn und aber zu bewirten.
Letztendlich verbringen wir einen sehr schoenen Abend zusammen, fasziniert, mit wieviel Musse er das Essen zubereitet und sprachlos ueber die Grosszuegigkeit, mit der er uns von dem wenigen, das er selbst zum Leben hat, gibt.
In diesem Moment ist es ungut, eine komplette Wahnsinnsausruestung in unseren Anhaengern zu wissen.
Wir haben vergeblich versucht, NICHT zu nehmen, und fahren am naechsten morgen die Taschen voll mit Aepfeln, Tomaten, Brot und einer grossen Erfahrung weiter.

Und wir haetten eben doch bei den vagen Andeutungen der englischen Radlerin nachhaken sollen...
Wir sind wieder in den Bergen, und diesmal ist die Piste wirklich schlecht und das Gelaende ein einziger Pass!

Das sind durchaus Dinge, die machbar sind, gaebe es denn Menschen, die einen die Strapazen vergessen lassen. Aber nein, hier gibt es nur den Xavier und mich und die Berge.
Kurzum, diese Woche ist fuer mich nicht einfach - meine Schweinehunde kenne ich jetzt alle, mein tiefes Inneres ein gutes Stueck weit auch.

Ansonsten finde ich in diesem Land mein Traumauto, zumindest was die Aesthetik betrifft: kastenfoermig und lindgruen oder zitronengelb, stilvoller Heckvorhang inklusive;
kann bestaetigen,
dass der typisch kirgisische Filzhut tatsaechlich getragen wird,
und sanfter Tourismus zu funktionieren scheint.
In diesem Rahmen bieten einfache Familien meist in ihrer Jurte Touristen eine Uebernachtungsmoeglichkeit und Verpflegung, ohne ihre Authentizitaet aufzugeben.

Beim Kauf eines Filzteppiches und zu vieler Pantoffeln (jaja, nach fast 5000 km kommen nicht nur die ersten Platten, sondern auch das Beduerfnis, sich haeuslich einzurichten...) lernen wir ein anderes ueberzeugendes System kennen, das einigen Familien Einkuenfte bringt.
"Altyn Kol" ist eine in Form einer NGO organisierte Frauenvereinigung, die traditionelle Handarbeiten zu fairen Preisen anbietet.
Die Einkuenfte gehen zu 100% an die Frauen selbst, es werden gewisse Qualitaetsanforderungen eingehalten, und die Vereinigung wir effizient geleitet.

Dazu muss man wissen, dass in Kirgistan 80% der Landbevoelkerung unter der Armutsgrenze leben, die mit 30 $ US pro Monat definiert ist. Dieser Absolutwert scheint uns aber gerade auf dem Land nicht genug aussagekraeftig, zumal die Menschen hier dank einem Getreidefeld, ein paar Nutztieren und ihrem Gemuese- und Obstgarten zumindest waehrend der Sommermonate weitgehend autark sind.
Vielleicht faellt es uns aber auch einfach schwer zu verstehen, wie man in solcher Armut so unbeschwert leben kann. Denn das Landleben kommt uns nicht elend vor, im Gegenteil.

Je naeher wir dem noerdlichen Kirgistan kommen, desto mehr verdraengen Audi 80, VW und Mercedes Zhiguli und Lada. Und in der Hauptstadt, wo die Architektur sowjetisch gepraegt ist, die russische Minderheit 50% der Stadtbevoelkerung ausmacht und kein Gesicht dem anderen gleicht, ist von kirgisischer Tradition wenig zu spueren.
Das heisst nicht, dass Bishkek keine angenehme Grossstadt ist, im Gegenteil, es ist sehr gruen hier, das Alatau-Massiv beginnt gleich hinter der Stadt, und es gibt an allen Ecken Eis.
Ein so grosser Unterschied zwischen Nord und Sued, der Hauptstadt und dem Rest des Landes ist schlichtweg erstaunlich.
Die Stimmung in Bishkek ist "modern", Pseudo-Hamburger stehen in der Beliebtheitsskala ganz oben, und wir treffen zum ersten Mal seit Beginn unserer Reise auf ernsthafte echte europaeische Luxuslebensmittel wie Parmesan, Olivenoel oder Cornflakes; zu Wucherpreisen, aber es gibt sie.

Trotz eindruecklicher Begegnungen mit der korrupten Administration, zaehlen wir auf die usbekische Botschaft, auf dass wir am Samstag weiterziehen koennen.

Ariane (Kirghizstan, le 22/09/2005 )


Kirgistan oder "Seine Welt sind die Berge"

Seit einer knappen Woche nun schon sind wir in Kirgistan, das sich gleich mit Grenzuebertritt von seiner wohl beeindruckendsten Seite gezeigt hat, dem Pamir als Westauslaufer der Himalayakette.

Auch wenn wir von einigen Radreisenden vor den miserablen Pistenverhaeltnissen gewarnt wurden, sind wir bislang noch jedesmal positiv ueberrascht und koennen allenfalls von unseren in der Mongolei erworbenen Reflexen profitieren!
Aber in dieser grandiosen Umgebung scheint jegliche Muehe nur halb so wild, denn neben uns ragen die vom ewigen Eis bedeckten Gipfel auf, die Luft ist klar und die Freiheit zum Greifen nah.

Auf unserem Weg arbeiten sich zahlreiche abenteuerlich beladene Lastwagen die Paesse hinauf. Sie alle transportieren Alteisen bis zur chinesischen Grenze, wo dieses weiterverladen wird, um Chinas immensen Metallbedarf zu decken.
Schwer sich vorzustellen, dass ein derartiges Unterfangen lohnenswert sein kann, wenn man den Aufwand und Benzinverbrauch bedenkt, ganz abgesehen von den zahlreichen Pannen...

Nachdem wir die letzten Wochen durch vorwiegend sehr trockenen Gegenden gefahren sind, sind wir umso mehr begeistert vom satten Gruen der Bergwiesen und davon, dass es ueberall Wasser gibt, kaltes, frisches Wasser.

Am zweiten Tag sind wir froh, uns in Abdulkalks Jurte aufwaermen zu koennen, nachdem ein kalter Westwind das Ende des Sommer hier oben auf 3000m ankuendigt.
Abdulkalk ist Vater von 8 Kindern, die abgesehen vom juengsten Sohn ihr eigenes Leben leben.
Er nimmt uns mit soviel Herzlichkeit auf, dass wir gerne die Nacht bei ihm verbringen.
Auch hier erweist es sich als nuetzlich, melken zu koennen, um am Alltag teilzunehmen, vorteilhaft waere es auch, etwas weniger kaelteempfindlich zu sein!
Nach getaner Arbeit essen wir zusammen zu Abend und freuen uns, mit wieviel Neugier uns begegnet wird: Wie gross sind Familien in unseren Laendern? wie ist eine mongolische Jurte angelegt? Haben unsere Eltern auch Schafe, Kuehe, Huehner?
Mit Einbruch der Dunkelheit wird der Essplatz mit Teppichen und Decken in ein grosses Nachtlager verwandelt, und wir spueren unter den schweren Decken nichts von unserem ersten Nachtfrost.

Am naechsten Morgen essen wir unser erstes Murmeltier, das uns genuegend Kraft fuer unseren Passrekord von 3600 m verleiht, denn ausser ein paar Trockenfruechten essen wir bis zum Abend nichts.
Nach vielen Umarmungen von Abdulkalk fahren wir in den frischen Morgen hinein.

Auf dem Weg ins Ferganatal radeln wir durch huebsche Bergdoerfer, die mit ihren Giebeldaechern und den Blumen vor dem Haus im Gegensatz zu den fensterlosen Lehmhaeusern im Xinjiang schon ein bisschen an unsere Ortschaften erinnern.

Dann geht es auch schon bergab ins Ferganatal, wo die Bevoelkerungdichte hoeher wird und noch immer Sommer ist.
Och und seine Bewohner, die in einer Art Biergarten vom schoenen Wetter profitieren oder einfach durch einen Park spazieren, gefallen uns, und wir sind positiv ueberrascht vom Selbstbewusstsein der muslimischen Frauen hier.

Wenn es einen Grund gibt weiterzuziehen, so sind das sicherlich die kuehle Luft der Berge und die Lust, mehr von diesem tollen Land zu sehen.

Ariane & Xavier (Kirghizstan, le 04/09/2005 )


 
 
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