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" Das Leben ist eine Reise, es genügt bereit zu sein aufzubrechen, damit sich eine Gelegenheit ergibt " [Mongolisches Sprichwort]

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Die Nachrichten


Ende des Umzuges in der Mongolei

Seit der vergangenen Neuigkeiten aus Uliastai haben wir die letzten mongolischen Pistenkilometer in Angriff genommen; gute 800 km im auessersten Suedwesten des Landes mit all den dazugehoerigen Ueberraschungen, Freuden und Enttaeuschungen.

Umzug?? so jedenfalls wird unsere Radtour von den Nomaden bezeichnet und ein Stueck weit ihrem Nomadendasein gleichgestellt.

4 Fahrradtage nach Uliastai erreichen wir Gobi-Altai, die letzte groessere Stadt vor der chinesischen Grenze.
Hier fuellen wir nicht nur unsere Lebensmittelvorraete auf, sondern haben von nun an wenn moeglich 20 l Wasser an Bord (oh ja, die auch in der Mongolei 20 kg wiegen), denn bis zur chinesischen Grenze ist die Bevoelkerungsdichte sehr gering.

Waehrend der ersten drei Tage machen wir unsere erste, alles andere als einfache Erfahrung mit der Wueste: wir kaempfen gegen Sand und Hitze, begegnen keiner Menschenseele und sind uns einig, dass Wasser das wertvollste 'Lebensmittel' ist.

Am zweiten Abend haben wir nicht mehr genuegend Wasser, weshalb wir uns zu Fuss in Richtung Berge zu einer hypothetischen Wasserstelle aufmachen, die auf unserer Karte eingezeichnet ist. Leider nur ist die Karte in einem Massstab, der selbst mit unserem GPS, das wir hier zur Orientierung benutzen, zu ungenau ist.
Nach 4 km finden wir kein Wasser, aber Tierspuren, denen wir folgen, und treffen so auf einen plaetschernden Bach und glauben uns im Paradies!

Am uebernaechsten Tag erreichen wir ein Dorf, wo eine Wasserpumpe und herzliche Menschen auf uns warten.
Wir wollen Brot kaufen, im einzigen Laden am Ort gibt es jedoch keines, und Guanz, wo wir bislang immer zu Mittag assen, gibt es in dieser abgelegenen Gegend so gut wie keine mehr.
Als wir weiterfahren wollen, haelt ein Jeep, und ein kleines Maedchen steigt aus, um uns Brot zu geben. Noch vor wir bezahlen koennen, ist das Auto wieder verschwunden und wir sind fuer den Rest des Tages gluecklich. .

Endlich machen wir auch unsere erste Bekanntschaft mit den Kamelen: sie sind in Herden unterwegs,manche sind wild, andere gehoeren Nomaden, die Milch und Wolle weiterverarbeiten. Daraus werden schoene und warme Pullover gemacht, von denen Xavier jetzt einen in seinem Gepaeck hat.

Anschliessend radeln wir durch wunderschoene einsame Gebirgslandschaften und sind zweimal beim Nadaam-Fest dabei, dem wohl wichtigsten Ereignis fuer die Nomaden.
Hauptbestandteil sind Pferderennen und Ringen, alle Kinder bekommen zu diesem Anlass grellbunte Limonade, in den Doerfern herrscht Feststimmung.
Fuer das Pferderennen reiten schon 7jaehrige meist nur in Socken und ohne Sattel 15 km uebers Land. Die Sieger bekommen Teppiche, Kassettenrecorder und den Respekt des gesamten Dorfes.
.
Auf dieser letzten Etappe machen wir auch negative Erfahrungen, und wir stellen die mongolische Gastfreundschaft zum Teil in Frage.
An einem Abend besteht ein junger Mongole darauf, dass wir die Nacht bei ihm verbringen, um zusammen das Pferderennen anzuschauen. Wir geben nach anfaenglichem Zoegern nach, verbringen den Abend mit ihm und fahren zu dritt auf seinem Motorrad zum Naadam in die Steppe.
Das alles ist super nett, aber er scheint sich nicht wirklich fuer uns zu interessieren…

Und als wir weiterfahren wollen, will er, dass wir den vierfachen Hotelpreis fuer die Uebernachtung bezahlen!
Das ist nicht das einzige Mal, dass wir allein als Dollars auf zwei Raedern betrachtet werden, denn fast immer wird bereits nach der ersten Tasse Tee in einer Jurte verlangt, dass wir ein Familienfoto machen... nach der Uhrzeit gefragt, um dann den Wert unserer Uhr, dann unseres Zeltes, der Fahrraeder zu erfragen.
Klar, haben wir vergleichsweise viel Geld, lehnen aber trotzdem eine Beziehung, die einzig und allein auf finanziellem Interesse basiert, ab.

Wir entschuldigen unsere schwindende Begeisterung vor allem mit der nicht respektierten Privatsphaere: Es gibt Leute, die ohne zu fragen aus unserem Wassersack trinken. Wenn wir in den Doerfern essen, dann auf unseren Raedern, die wir unmoeglich unbeaufsichtigt lassen koennen. Um uns scharen sich dann 20 Leute, die anstatt uns in Ruhe essen zu lassen, an unseren Schalthebeln herumreissen, und auf den Rahmen druecken, um die Federung zu testen.

Aber man muss das ganze mit Sicherheit relativisieren: nach 7 Wochen in der Mongolei, einem Land, wo die Verhaltensweisen und Braeuche so anderst sind als unsere, ist es vielleicht normal, diese ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr zu ertragen?

Nach diesem anstrengenden Abschnitt erreichen wir Bulgan, eine kleine Oase an der chinesischen Grenze. Fuer uns ist die nach 1600 km erste asphaltierte Strasse, von den Chinesen gebaut, das Ende der Mongolei.

Am 24. Juli ueberqueren wir die Grenze, wo es heisst: Willkommen in China!

Ariane & Xavier (Mongolei, le 03/08/2005 )


Ein Stueck mongolischer Alltag

Waehrend der vergangenen Tage haben wir so manchen Pass bewaeltigt und uns ueber Laerchenwaelder und Blumenwiesen gefreut.

Wir haben uns in nur kurzer Zeit an dieses wahnsinnige Land gewoehnt und vermissen zugleich manche unserer westlichen Annehmlichkeiten.

Das Leben mit Wind und Sonne, Staub und naechtlicher Frische ist unsere gewollte Realitaet, wir begeistern uns fuer Milchreis mit Yakmilch und haben begriffen, dass Obstsalat und frischer Orangensaft eine gute Weile allein in unserer Phantasie existieren werden.

Dafuer kennen wir inzwischen den Tagesablauf der Nomaden, wissen, die leckersten Milchprodukte auf dem stets angebotenen Teller auszuwaehlen und fuehlen uns im Rund einer jeden Jurte wohl.
Wo sich unsereins zuhause ueber einen Regalwechsel im Supermarkt aufregt, oeffnen wir die Tueren aller Lebensmittelgeschaefte und sind aufgeregt, ob hier und heute vielleicht sogar Griess angeboten wird.

Seit vorgestern sind wir in Uliastai, einem abgelegenen Aimag-Zentrum im Suedwesten des Landes.
Bis hierher haben wir mit sandigen Pisten gekaempft und viel ueber Gesehenes nachgedacht und diskutiert.

Am meisten beeindruckt hat uns der Halt bei einer Nomadenfamilie, wo ein Schild "guanz", Strassenrestaurant, angebracht war. Die Familie nahm uns wie Freunde auf und schien dabei zu vergessen, dass bedingungslose Gastfreundschaft und Unternehmertum nicht dasselbe sind. Wir sollten gerade einmal den Gegenwert der getrunkenen Wasserflasche bezahlen, wohingegen wir Tee und getrocknete Milchprodukte bekamen, und die Frau uns mit aller Sorgfalt in 40 Minuten ein Essen zubereitet hat!

Im nachhinein geschaemt haben wir uns bei der Frage an einen Nomaden, wieviel Kilometer es noch bis zur naechsten Stadt seien. Er meinte, es seien 700 km, obwohl es in Wirklichkeit nur etwa 250 km waren.
Dieser Mann hatte ausser einem Pferd, mit dem man in der Regel keine 700 km weit reitet, kein anderes Fortbewegungsmittel und war selbst wahrscheinlich noch nie in der entfernten und zugleich naechstgelegenen Stadt. Fuer ihn bedeuten 700 km "sehr weit", und unser Beduerfnis, alles in absoluten Einheiten zu messen ist fuer ihn weder notwendig noch nuetzlich...

Enttaeuscht waren wir beim Anblick mehrerer Jeeps, die die Besitzer direkt in einen Fluss gefahren hatten, um sie dort zu waschen. Dieser Fluss versorgt die gesamte Stadt mit Wasser, Trinkwasser.
Nur leider sind sich diese Personen scheinbar nicht darueber im klaren, dass sie dieses Wasser in ihrem Tee trinken.

Ansonsten geniessen wir hier fuer 3 Tage ein Hotelzimmer, das wir in unsere persoenliche Waschkueche und einen Fahrradabstellraum umfunktioniert haben.
Gestern haben wir gemuetliche Stunden bei Amy und Bird in der Jurte verbracht, zwei Amerikanern, die fuer das peace corps arbeiten. Sie leben seit zwei Jahren in Uliastai, und es war spannend, an ihren Erfahrungen teilzuhaben.

Morgen geht es weiter in Richtung Gobi - wir hoffen, das erste Kamel ist nicht mehr weit!

Ariane & Xavier (Mongolei, le 27/06/2005 )


Die Mongolei ist nicht mehr nur ein Traum

Nach den ersten Tagen in der mongolischen Steppe ist die Mongolei das Land der Wolken, die nicht ziehen, ein Land wo das Landschaftsrelief allen Platz hat, Schatten zu werfen und leider auch ein Land, wo aller Muell gedankenlos in die Natur geworfen wird.

Wir sind seit einer Woche unterwegs und haben auf knapp 500 km unsere ersten Fahrraderfahrungen machen koennen.

Mit den merklichen Steigungen bei all unseren Habseligkeiten im Gepaeck; Steigungen, die jeweils per Strassenschild angekuendigt werden und witzigerweise ausnahmslos mit 12 Prozent angegeben sind.
Nur ist es leider nicht so, dass der liebe Gott mit den Kommunisten unter einer Decke steckte, als er die Berge verteilt hat: es bleibt in Wirklichkeit nicht immer bei nur 12 Prozent!!

Dann ist der Westwind einer unserer treuen Begleiter, wo er sich doch eigentlich schon im Mai gelegt haben sollte, sagen die Einheimischen.

Auch die Pisten haben wir kennengelernt und zwar in den unterschiedlichsten Ausfuehrungen: von sehr gut befahrbar bis unbefahrbar...

Das sind die harten Fakten, die eben dazu gehoeren oder vielleicht sogar Voraussetzung sind fuer dieses unbeschreibbare Gefuehl von Freiheit, das uns ueberkommt, wenn wir morgens aus dem Zelt schauen, Pferde vor uns davon galoppieren oder sich nach jedem erklommenen Huegel eine neue Landschaft auftut.

Ich weiss nicht, ob uns dieses grosse Gefuehl allein lange zufriedenstellen wuerde. Denn spannend wird es vor allem dann, wenn wir auf Menschen treffen.

Da sind die Nomaden, die uns meist schon kilometerweit vorher mit ihren Fernglaesern gesichtet haben und wie aus dem nichts angeritten kommen.

Gestern passten uns ein Vater und sein Sohn am Strassenrand ab, um uns wie selbstverstaendlich Airag, vergorene Stutenmilch anzubieten, die ein bisschen unserer Buttermilch aehnelt und bei der Hitze herrlich erfrischend ist.

Wir erlebten magische Momente in einer Jurte, wo wir nicht nur Milchtee und andere Milchprodukte entdeckten, sondern dank unserem kleinen Woerterbuch manche Fragen beantwortet bekommen.

Wir haben einen Nomadentag mitgelebt, waren fasziniert von der Einfachheit eines solchen Alltages und haben doch so einiges nicht verstehen koennen. Ich habe beim Melken mit Ziegen- und Schafseutern gekaempft und beim spaeteren Trinken der Ziegenmilch alle hygienischen "Aber" genussvoll vergessen.

Heute sind wir in Tsetserleg angekommen, einer Aimag-Hauptstadt im Westen der Mongolei. Hier beginnen die mongolischen Berge, die wir gleich nachher bestimmt geniessen und spueren werden...

Ariane (Mongolei, le 15/06/2005 )


Wind und Ueberraschungen in Ulaan Baatar

Mittlerweile sind wir also seit drei Tagen in Ulaan Baatar, wo wir von Anfang an ausserordentlich herzlich empfangen wurden. Trotz spaeter Stunde wurden wir von Bhum und Gesu am Flughafen abgeholt, um dann mitsamt unserer noch verpackten Raeder zu dem vermeintlich reservierten Guesthouse zu fahren. Vermeintlich deshalb, weil dort niemand auf unser Kommen vorbereitet war...

Der Wind, der hier Plastiktueten fliegen und Bleche klappern laesst, war alles andere als einladend, gleich die erste Nacht neben unseren Raedern wachend auf den Strassen der Stadt zu verbringen.
Das mussten wir, Gesu sei dank, auch gar nicht.
So sind wir seither also bestens bei seiner Familie untergebracht, wissen jetzt, dass kleine Maedchen hier gerne Zitronensirup trinken und dass wie bei uns auch, das Einmaleins an allen moeglichen Stellen aufgehaengt wird...

Ansonsten beeindruckt uns der grosse Kontrast zwischen der Praesenz europaeischer Markenartikel von Hugo Boss bis Swatch und der aeusserlich vorherrschenden maroden Stimmung.

Gleich am ersten Tag wurden wir zum Interview im Fernsehen eingeladen. Das haben wir Bhum zu verdanken, der als Mitglied der Mongolischen Gruenen Partei ein Reiseunternehmen fuer sanften Tourismus fuehrt und in der Fernsehsendung ueber Oekotourismus sprach, wobei er unsere Reiseart als Beispiel anfuehrte.

Lustigerweise wurden wir tagsdarauf in einer Gaststube, wo mit Schaffleisch gefuellte Teigtaschen serviert werden, von einem Einheimischen erkannt und wenig spaeter auf einem Basar ebenso.

Heute morgen haben wir entdeckt, dass die umgebenden Gipfel mit Neuschnee bedeckt waren; das verheisst uns bei dem so noch nirgends gesehenen klaren Licht mit Sicherheit schoene Landschaften auf unserem Weg.

Wir haben aber noch wenige Kleinigkeiten wie Haferflocken finden und Karten kaufen hier in der Stadt zu erledigen, bevor wir morgen hoffentlich in Richtung Natur aufbrechen koennen. Das heisst vorausgesetzt unsere Auslaenderregistrierung ist bis dahin erfolgt!

Ariane & Xavier (Mongolei, le 05/06/2005 )


 
 
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