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" Das Leben ist eine Reise, es genügt bereit zu sein aufzubrechen, damit sich eine Gelegenheit ergibt " [Mongolisches Sprichwort]

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Die Nachrichten


JETZT WIRDS ERNST !!

Nach einer langen Weile ohne Neuigkeiten - eine letzte: die unserer Ankunft. Nach einer schnellen Etappe durch das westliche Europa beenden wir unser Abenteuer am 18. Juni 2006 in ANGERS. ANGERS liegt an der Loire etwa 100 km von der Atlantikküste entfernt.

Dort werden wir im Rahmen eines grossen Fahrradfestivals erwartet. Und weil es immer schön ist, überrascht zu werden (...) hier ein paar Eckdaten:

- offizielle Ankunft am 18.Juni gegen 12.00 Uhr auf der "Ile de Gennes", wo Xaviers ehemalige Schule einen Stand für uns organisiert. Wir treffen uns um 10.30 Uhr auf Höhe des "Croix de la Voulte", auf der Strasse zwischen Angers und Saumur (D952) an der Abzweigung des "Chemin de l'ile Ardouin", um die letzten Kilometer gemeinsam zu treten; aber viamichelin oder mappy wissen das besser.

Bis dahin lassen wir es uns bei bestem Wetter und allerlei wiederentdeckten Leckereien gut gehen und wissen, dass sich zumindest Gedanken von den vielen Kilometern zwischen Süddeutschland und Angers NICHT beirren lassen...

Ariane & Xavier (Toulouse, le 12/06/2006 )


Heimatmuseum Rumaenien

Rumaenien beginnt fuer uns ungewoehnlich mit bekannten Gesichtern, denn wir verbringen Ostern gemeinsam mit Xaviers Eltern in Bukarest.
Deshalb vielleicht, aufgrund der "westlichen" und somit wenig Aufsehen erregenden Atmosphaere und der Tatsache, dass wir wie selbstverstaendlich in Perles Grossstadtwohnung Backwaren aus der "patisserie francaise" zu Jazzmusik geniessen,
bereiten wir uns innerlich auf das Ende des aufregenden Teil unserer Reise vor...

Abseits der Hauptstadt stellen wir wenige Tage spaeter fest, dass das - zumindest an der Stelle - noch nicht noetig war, denn das ganze Land gleicht einem Heimatmuseum!
Wir fahren im Regen in Richtung Norden, verlassen die Ebene um Bukarest und sind erstaunt ueber das "Suedlaendische" inmitten in Osteuropa. Nicht nur die Sprache aehnelt dem Italienischen, nein, die Rumaenen an sich sind temperamentvoll bis hitzig.

Fuer das orthodoxe Ostern befinden wir uns in Transylvanien, der Gegend, die ehemals von Deutschstaemmigen besiedelt war, und dessen Doerfer eine typische, zuweilen ueberordentliche Struktur haben.
Wir sind wieder einmal nass wegen der staendigen Regenschauer, haben aber das Glueck, dass Nicoletta uns einen Schlafplatz anbietet. Und da sie mit ihrer Tochter gerade auf dem Weg zur Karfreitagsmesse ist, werden wir ein zweites intensives Ostern erleben.
Nach Einbruch der Dunkelheit kommt die Gemeinde in der Kirche zusammen, ein jeder hat eine Handvoll Kerzen dabei, alle scheinen erwartungsvoll. Zunaechst werden Lichter an den Graebern von Verwandten und Freunden verteilt. Anschliessend geht die Kirchengemeinde zu Psalmen mit brennenden Kerzen mehrmals um die Kirche. Die Stimmung ist schoen , es sind erstaunlich viele Jugendliche anwesend, die nicht nur andaechtig sind, sondern sich einen Spass daraus machen , die Lichter der Kleinen auszupusten oder die Haare der Maedchen anzusengen.
Wir lernen Nicolettas Familie kennen und nehmen die Einladung, fuer die Feierlichkeiten zu bleiben, ohne Zoegern an.
So falte ich sorgfaeltig eingelegte Krautblaetter um einen Hackfleischmischung, sehe zu, wie der traditionelle Osterzopf zubereitet wird, den wir aus Geldgruenden im Holzofen der Nachbarn backen. Das ganze Dorf ist am Vorbereiten, im einzigen Laden herrscht Hochbetrieb, die Eier sind schon gefaerbt.
Unsere Gastgeber haben die 40-taegige fleischlose Fastenzeit eingehalten, und fuer Ostersamstag ist bis zur Mitternachtsmesse keine Mahlzeit vorgesehen, weshalb wir heimlich unsere Vorraete naschen...

Um Mitternacht gehen wir zum Gottesdienst - ein Glueck haben wir etwas vorgeschlafen, denn erst gegen 22.30 Uhr verkuendet der Pfarrer "Christ ist auferstanden" und beendet mit dem Austeilen in Wein getraenkter Brotwuerfel die Fastenzeit.
Der Sonntag beginnt mit einem Fruehstueck, das wir bei groesstem Appetit geniessen, und wie bei uns auch werden Eier geboxt. Ueber den Tag verteilt ziehen Kinder von Haus zu Haus und verspruehen zu "Christ ist auferstanden stinkendes Parfum oder Deodorisant. Wir antworten mit "Ja, er ist wirklich auferstanden" und fuehlen uns wie ein Duftspender.
Die zubereiteten Speisen werden in zum Teil wilder Reihenfolge verzehrt; Tuica (selbstgebrannter Schnaps) und Bier sorgen gegen Abend fuer eine ausgelassenen Stimmung, man geht bei Freunden und Verwandten vorbei.
Ostern ist das hoechste Fest der orthodoxen Christen, und da dem Glauben in Rumaenien eine grose Bedeutung zukommt, ist es nicht weiter verwunderlich, dass das uebliche "Guten Tag" bis Pfingsten durch "Christ ist auferstanden!" ersetzt wird.

Wir erkunden die transylvanischen Doerfer, gewoehnen uns an die Allgegenwaertigkeit von Pferdefuhrwerken und sind fasziniert von der spuerbaren Bodenstaendigkeit auf dem Land. Zahlreiche Brunnen ersetzten das oft nicht vorhandene fliessend Wasser und machen uns das Leben leichter. Hier leben viele Roma, die zumindest zum Teil besser als im Nachbarland Rumaenien integriert sind. Dennoch gelingt uns ein wirkliches Vordringen in diese Welt nicht, nicht zuletzt weil das permanente Angebettelt-Werden, Trunkenheit und die vernachlaessigten Kinder fuer uns eine Barriere bleiben.

Wir verlassen Transylvanien und sind ueberrascht von der dynamischen Stimmung in den ueberwiegend von Ungarn (groesste Minderheit Rumaeniens) bewohnten Gebieten, wo Forstwirtschaft eine grosse Rolle spielt, und kleine Unternehmen Beweis fuer die ungarische Betriebsamkeit sind.
Die Leute im rumaenischen Moldavien sind besonders offen, ihre Haeuser sind individuell verziert, die Aussenwaende der Klosterkirchen minutioes bemalt. Hier lernen wir ein junges Lehrerehepaar kennen, die sich ihre eigene, alternative Lebensweise im nicht immer leichten Alltag eingerichtet haben und an ihr Land glauben.

Ueber einen letzten Pass rollen wir in die Maramures-Region, wo eifrigstes Treiben im Feldermosaik herrscht und man mancherorts den Eindruck hat, als waere die Zeit hier stehen geblieben. In aller Fruehe ziehen die Bauern beschwingt in die Felder, allen voran die entschlossenen Frauen, die ueberwiegend noch die traditionellen, kurzen Roecke tragen, den schwarzweissen gewobenen Allzwecksack ueber der Schulter. Hier wird auf dem Acker diskutiert und vor allem gearbeitet - mit oder ohne Pferd, und alles wirkt so gesund und harmonisch.

Rumaenien ist (noch) eine eigene Welt und mindestens eine Reise wert!

Ariane & Xavier (Rumänien, le 17/05/2006 )


Immer den Störchen nach

Direkt bei unserem ersten Halt in Bulgarien lernen wir ZAYO, einen nicht unbekannten und vielgereisten Künstler kennen, der uns einen ungewöhnlichen, bunten Einstieg in dieses Balkanland mit überschaubaren 8 Millionen Einwohnern gibt.

Durch seine Bilder, die Elemente der bulgarischen Mythologie mit moderner Kunst vereinen, erfahren wir etwas über die Bodenständigkeit und das Traditionsbewusstsein des Landes.
Bulgarien ist eines der 3 Kandidatenländer der Europäischen Union, wo zwar immer noch ein wenig dieser nicht wirklich fassbaren sowjetischen Trägheit in der Luft liegt, das aber mit grosser Wahrscheinlichkeit 2007 den Anschluss finden wird. ...stabile Demokratie und ein gesundes Rechtssystem vorausgesetzt, ebenso wie die Berücksichtigung der Menschenrechte und nicht zu vergessen: eine funktionierende und wettbewerbsfähige Marktwirtschaft, so die Informationsbroschüre der EU.

Auf dem Land sprechen wir überwiegend Leute, die dem Beitritt genauso unentschlossen oder gar ablehnend gegenüberstehen wie so viele "Alteuropäer" auch. Jedoch nicht aus dem selben Grund. Die Bulgaren haben Angst vor einer Preissteigerung, davor die geforderten Normen nicht einhalten zu können oder davor, von Europa ausgenutzt zu werden.
Schade, dass die breite Masse bei einem gemeinsamen Europa ausschliesslich an eine Union zu Wirtschaftszwecken denkt und dabei vergisst, dass es auch und in erster Linie um die Förderung von Frieden, Stabilität und Demokratie geht.

Aber das ist vielleicht viel verlangt von Menschen, die sich nicht selten finanziell gerade so über Wasser halten können!

Wir erleben einen zweiten Frühling, radeln durch abgelegene Wälder dem Schwarzen Meer entgegen, das hier wilder ist als in der Türkei, und ziehen dann eine Schleife bis Veliko Tarnovo, bekannt für seine architektonische Vielfalt, vor wir nach gut einer Woche das Land schon wieder verlassen.

Morgens fahren wir an Storchenscharen vorbei, die sich im Aufwärmflug stetig höherschrauben, um dann schneller als wir in Richtung ihrer Sommerbleibe zu fliegen. Wir fragen uns manchmal, ob sie ihre Artgenossen, die bereits eines der unzähligen Nester eingenommen haben, wohl bedauern oder beneiden...

Störche sind es auch, die man für die Tradition des "Marenitsa-Baba Marta" braucht:
Am 1. März schenkt man sich gegenseitig rot-weisse Bändel, die man ums Handgelenk trägt, bis zum Eintreffen der ersten Frühlingsboten, als die hierzulande rückkehrende Störche gelten. Hat man also einen gesichtet, befestigt man das Marenitsa-Armband an einem Obstbaum, wo es symbolisch vor Kälte schützt (weiss wie der verschwindende Schnee) und Ausdruck ist für die Freude auf wärmere Tage (rot für den Frühlingsbeginn).
Und so freuen wir uns nicht nur über all die Bändel an den Obstbäumen, sondern haben auch verstanden, dass der Grenzer noch auf seinen Frühlingsboten wartet...

Im Kontrast zu solch lebhaft gepflegtem Brauchtum erleben wir die vielen Dörfer, die regelrecht "vom "Aussterben bedroht" sind. Typisch, die Omas, die auf einer Bank in ihrem gepflegten Gemüsegärtchen sitzen und nostalgisch in die Ferne blicken. Am Gartentor ist meist unter einer grossen schwarzen Schleife das Totenbild des verstorbenen Mannes angebracht, das mehrmals erneuert und bis zu 3 Jahren und länger erinnert.
Hinzu kommt, dass es die Jugend allesamt in die Städte zieht; wenig verwunderlich also, dass man uns zweimal ein leerstehendes Haus als Schlafplatz anbietet.
Hier scheint das quirlige türkische Dorfleben weit, dabei ist es doch nur ein paar wenige 100 Kilometer entfernt!

Anderst ist das in den Siedlungen der Sinti und Roma, die eine bedeutende Minderheit in Bulgarien darstellen und einen Platz am Rande der Gesellschaft einnehmen.
Mehr oder weniger direkt werden wir vor ihnen gewarnt, und nahe der Ferienorte oder der sogenannten Museumsdörfer, die während der Saison viele Touristen anziehen, sind sie nicht anzutreffen...
Eines vorneweg: die Roma leben hier nicht in riesigen Wohnwägen, die von PS-starken Limousinen gezogen werden, nein, mit einem Pferdegespann kommen sie uns oft entgegen und haben mit dem Verkauf des am Strassenrand aufgesammelten Alteisens ein mageres Einkommen. Wir sehen sie die schwere Waldarbeit verrichten, Frauen wie Männer, oder die meist vielen Kinder sich auf die Rückband eines alten Lada drängen.

Wir sind einerseits fasziniert von dieser Kultur, von der wir so wenig wissen, von der bunten Wäsche, die immer irgendwo flattert, von diesen Menschen ganz einfach. Andererseits fühlen wir uns nicht richtig wohl in ihrer Welt, wo 12-jährige hinterm Steuer sitzen, wo der Ton rauh ist, und sich keiner daran stört, wenn kleine Jungs mit Ziegelsteinen auf Hühner werfen.
Wir haben den Eindruck als gülten hier andere Spielregeln, wollen vor allem nicht den Vorurteilen zum Opfer fallen und trauen uns nicht, wie sonst zu fotografieren.

Einmal nehmen wir die Einladung zu Kaffee und Pop-Erdbeeren an und haben einen interessanten Austausch mit unseren Gastgebern. Ein andermal beschliessen wir, entgegen unserer anfänglichen Neugier doch besser weiterzufahren...

Uns ist klar, das reicht nicht, um die Kultur der Roma auch nur annähernd zu verstehen, und wir hoffen in Rumänien, wo über 2 Millionen leben, ein bisschen mehr Einblick zu bekommen.

Bei unserem Nachfragen, ob wir das Zelt in jemandes Garten aufbauen könnten, stellen wir fest, dass unsere Gegenüber zunächst mit Misstrauen reagieren, das sich eventuell durch unsere Herkunft und unseren Beruf (!!), unser Auftreten, sicherlich, beschwichtigen lässt.

Das ist neu für uns; aber seien wir mal ehrlich: So verhält man sich in "unseren" Breiten Fremden gegenüber! Nein, bei uns kommen sie nicht unbedingt zur Freude, die Fremden...

Ariane & Xavier (Bulgarien, le 18/04/2006 )


 
 
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